Land der Horizonte nun Energierührpott…?

Land der Horizonte nun Energierührpott…?

Bei den vier Informationsveranstaltungen der Landesregierung in Bad Oldesloe, Rendsburg, Husum und Bordesholm haben zahlreiche windkraftkritische Bürgerinnen und Bürger sowohl vor den Eingängen mit Bannern, rotem Blinklicht und WKA-Geräuschsimulator, als auch bei den Veranstaltungen selbst mit viel Sachverstand und kritischen Fragen der Landesregierung zu verstehen gegeben, dass die geplante Industrialisierung unseres schönen Schleswig-Holsteins mit riesigen Windindustrieanlagen von uns nicht hingenommen wird. (mehr …)

Erneuerbare Energien dominieren EU-Strommix

Agora Energiewende legt Jahresrückblick 2015 auf europäisches Stromsystem vor

Erneuerbare Energien hatten im vergangenen Jahr unter allen Energieträgern den größten Anteil an der Stromversorgung in der Europäischen Union. Mit 29 Prozent lagen sie vor Atomstrom (27 Prozent) und Kohlestrom (26 Prozent).

Doch die vermeintlich Jubelmeldung auf die deutsche Energiewende enttarnt beim genaueren Hinsehen das entscheidende Problem. So heißt es weiter unten im Text:

„In gleichem Maße wuchs die klimaschädliche Verstromung von Kohle an, die damit wieder das Niveau von 2010 erreichte. Infolgedessen stiegen die Kohlendioxidemissionen des Stromsystems der Europäischen Union um zwei Prozent an. “

Müsste die Überschrift des Textes da nicht eher lauten:

Windkraftausbau verhilft Kohleverstromung zum Höhenflug

Mehr dazu unter
http://www.agora-energiewende.de/de/presse/agoranews/news-detail/news/erneuerbare-energien-dominieren-eu-strommix/News/detail/

Brunsbüttel ist informiert!

Land der Horizonte – das war einmal. Wir haben schon verstanden, dass man uns zum echten Norden machen musste, weil man uns die Horizonte geraubt hat.
Soll uns der weite Blick verwehrt sein, weil unserer Landesregierung die Weitsicht fehlt?

Oder weil unsere Landesregierung nicht weit sehen will sondern nur bis zur nächsten Wahl?

Liebe kritische und vernunftbegabte Mitbürgerinnen und Mitbürger, liebe Mitstreiter, mein Name ist Susanne Kirchhof, Vorsitzende des Landesverbands für Mensch und Natur – Gegenwind Schleswig-Holstein.
Ich freue mich, dass heute in Brunsbüttel so viele Vertreter der windkraftkritischen Bürgerinitiativen hier vor dem Elbeforum zusammengekommen sind und dass ich hier zu Ihnen sprechen darf.

Warum sind wir hier?
Unsere Landesregierung will uns heute die Pläne, die sie für unsere Landschaften gemacht hat präsentieren. Die vierte Regionalveranstaltung zur Präsentation der neuen Goldkarten.
Unser Ministerpräsident hält das für demokratisches Vorgehen und da gebe ich ihm Recht: Transparenz ist dringend geboten. Doch ist es Transparenz oder nur ein einseitiges Theaterstück?

Werden wir informiert?
Oder hört man uns auch zu?
Und was läuft im Hintergrund dieser Informationsveranstaltungen?

Hat nicht unser Ministerpräsident Herr Albig GEMEINSAM mit dem BWE und der IG Metall – ich wiederhole: GEMEINSAM mit den direkten Profiteuren des Windkraftausbaus – im sog. Wismarer Appell, gefordert, dass es keine Deckelung des Windkraftausbaus geben soll?

Das heißt: Freie Fahrt für die Windkraftanlagen, Ausbau ohne Ende, Ausbau, ohne dass wir vor Begehrlichkeiten und Profitstreben gesetzlich geschützt sind.

Unsere Landschaften, unser einzigartiges liebenswertes Schleswig-Holstein soll – mit riesigen Windkraftanlagen zugebaut – ein Windkraftindustrieland sein, damit die ausschließlich subventionsgestützte Windkraftbranche eine „Verlässlichkeit“ hat. Das hat Herr Ministerpräsident Albig in Wismar so formuliert.

Uns wird das anders erzählt:
Die ehrgeizigen Pläne von Herrn Albig und Herrn Habeck sehen vor, dass Schleswig-Holstein 300 % des eigenen Strombedarf aus Windkraft produzieren soll.
Die in Dithmarschen installierte Nennleistung aus Windkraft übersteigt bereits die 300 % des eigenen Bedarfs.

Und wo ist die Landschaft, wo unser Lebensraum geblieben?
Aber die 300 % sind nötig, – so sagt Frau Dr. Nestle – , weil sich der Welt-Klimarat darauf geeinigt hat, den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 °C zu begrenzen.
Klimaziele und Atomausstieg sollen erreicht werden und das wollen wir in der Tat.

Doch sagen wir es ehrlich: Um in der Richtung überhaupt etwas zu erreichen, braucht das Stromnetz Verlässlichkeit.
Nicht die Hersteller von Windkraftanlagen.
Denn Windkraftanlagen leisten keinen nennenswerten Beitrag zu einer grundlastfähigen Stromeinspeisung und zur Netzstabilität.
Und das liegt nicht an einem Mangel an Windkraftanlagen oder an bösem Willen, sondern einzig und allein an der Tatsache, dass Wind unkalkulierbar weht.
Daran wird weder ein massiver Zubau noch der Leitungsausbau etwas ändern, solange eine Lösung des Speicherproblems nicht gefunden ist.
Speicherung ist unabdingbar, wenn der „Windstrom“ einen sinnvollen Beitrag zur Energiewende leisten soll.
Derzeit müssen bei Flaute konventionelle Kraftwerke zusätzlich zur Grundlast auch die Regellast sicherstellen und arbeiten deshalb in einem ineffizienten Stotterbetrieb.
Die unzuverlässigen Windstromanlagen können also ohne konventionelle Kraftwerke nichts leisten.

Und – liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter – es ist global gesehen doch absolut unerheblich, ob diese Kohle- und Atomkraftwerke in Deutschland stehen, oder wir deren schmutzigen Strom aus den Nachbarländern importieren, wenn bei uns gerade wieder Dunkelflaute herrscht.

Der EU-weite CO2-Ausstoß ist durch den CO2-Zertifikatehandel, gedeckelt, und da können wir noch so viele WKA hinstellen wie wir wollen, am EU-weiten CO2-Ausstoß ändert das heute nichts.
Also werden durch den Ausbau von Windkraftanlagen weder Klimaziele noch Atomausstieg erreicht.

Was bringt der Ausbau denn dann?
Die angeblich boomende Wirtschaft im Bereich der erneuerbaren Energien – besonders der Windindustrie – geht einzig und allein auf das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) zurück.

Sie stützt sich ausschließlich auf die massiven Zahlungen der Bürger.
Nachhaltige Arbeitsplätze werden nicht geschaffen.

Die angeblich durch den Bau von Windkraftanlagen billige Energiewende hat nicht zu einer Senkung der Stromkosten geführt. Die hohen Strompreise stehen hohen Profiten bei den Projektierern, Betreibern und Herstellern von WKA, den Banken sowie den Landbesitzern gegenüber. Die einen zahlen (immer mehr), die anderen profitieren (immer mehr), ohne dass die Umweltziele damit nachhaltig erreicht werden.

Das ist eine unsoziale Politik.
Finanzielle Interessen einiger weniger dürfen doch nicht höher stehen als die Wohlfahrt vieler.

Denn was geschieht mit den Menschen vor Ort?
Sie werden ihrer Heimat und ihres Schlafes beraubt. Immer größere Industrieanlagen aus Beton und Stahl rücken immer dichter an die Wohnhäuser heran.
Abstände von 400m zu Einzelhäusern und Splittersiedlungen und 800 m zur geschlossenen Wohnbebauung sind viel zu gering.
Wir wissen, dass die Normen und Richtlinien für Schallberechnung von Windkraftanlagen veraltet sind, aus den 90er Jahren stammen und nicht für 150 und 200 m hohe Anlagen geeignet sind.
Wir Betroffene ertragen das nicht länger, wir haben ein Recht auf Gesundheit und körperliche Unversehrtheit, wie Artikel 2 Abs. 2 des GG dies zusichert.
Die langfristigen Folgen von Schlafmangel sind nämlich hinreichend bekannt,
Weitere Auswirkungen einer Dauerbelastung durch Infraschall auf den menschlichen Organismus sind nicht ausgeschlossen.
Wir fordern Normen und Richtlinien für uns Menschen und nicht für die Windkraftlobby.
Wir fordern Schallmessungen bei den Betroffenen und nicht irgendwo neben der Windkraftanlage.

Wir fordern Langzeitmessungen und keine 10 Minutenmessungen nach Absprache mit dem Betreiber.
Wir fordern größere Abstände zu den Wohnhäusern damit wir nachts wieder schlafen können.
Wir fordern mehr Abstand.
Und wir fordern mehr Anstand.

Wir fordern unseren Ministerpräsidenten Herrn Albig auf, sich gemeinsam mit uns, den Menschen, die in Schleswig-Holstein leben, bei der Bundesregierung für eine schnelle Abschaffung des EEG stark zu machen.
Ein gemeinsamer Appell mit uns – den Menschen, von denen er gerne wiedergewählt werden möchte – für einen Stopp beim Bau weiterer Windkraftanlagen, für Investitionen in Innovationen, in Forschung, für mehr Gesundheitsschutz für mehr Umwelt- und Naturschutz und für eine vernünftige Energiewende.

 

Regionen im Aufruhr

Bei den vier Informationsveranstaltungen der Landesregierung in Bad Oldesloe, Rendsburg, Husum und Bordesholm haben zahlreiche windkraftkritische Bürgerinnen und Bürger sowohl vor den Eingängen mit Bannern, rotem Blinklicht und WKA-Geräuschsimulator als auch bei den Veranstaltungen selbst mit viel Sachverstand und kritischen Fragen der Landesregierung zu verstehen gegeben, dass die geplante Industrialisierung unseres schönen Schleswig-Holsteins mit riesigen Windindustrieanlagen von uns nicht hingenommen wird.

Die Rede anlässlich der Demonstration vor dem Elbeforum in Brunsbüttel am 22.03.2016 von Dr. Susanne Kirchof ist hier zu finden.

Viele Fragen sind auch nach vier Veranstaltungen offen geblieben, die uns weder Frau Staatssekretärin Dr. Nestle noch die Mitarbeiter der Landesplanung zufriedenstellend beantworten konnten. Diese Fragen stellen wir in Form dieses offenen Briefes und erwarten Antworten.