Anhörung vor dem Petitionsausschuss

Anhörung vor dem Petitionsausschuss

Wichtiger Termin
Anhörung vor dem Petitionsausschuss
am 1.11.2016, 10 Uhr in Kiel

Wir fordern den Landtag und die Landesregierung auf, im Vorfeld der Ausweisung von Vorrangflächen für den Ausbau von Windkraftanlagen, eine Debatte über die noch nicht absehbaren, gesundheitlichen Folgeschäden durch Infraschall zu führen.

 

Die Landesregierung ist gemäß Ihrem Eid und Artikel 2 des Grundgesetzes verpflichtet, Schaden von der Bevölkerung abzuwenden und gewissenhaft zu handeln.

 

Deshalb fordern wir die Landesregierung auf, gemäß dieser Vorsorgepflicht bei der Ausweisung der Vorrangflächen für den Ausbau von Windkraftanlagen einen Abstand von der zehnfachen Gesamthöhe der WKA (10 H) als hartes Ausschlusskriterium auszuweisen.

Begründung:

1. Die derzeit geltenden Richtlinien der TA Lärm des Bundesimmissionsschutzgesetzes zur Messung und Bewertung von industrieller Lärmimmission treffen für Windkraftanlagen der neuen Generation nicht zu. Die Prognosegleichung der Lärmimmission gilt für Bauwerke bis 30 m Höhe und für punktförmige Schallquellen. Dieses trifft für WKA mit bis zu 200 m Gesamthöhe und Rotorendurchmessern von

120 m nicht zu. Der hörbare Lärm am Immissionsort wird regelmäßig unterschätzt.

 2. Die Folgen einer Dauerexposition mit Infraschall sind nicht ausreichend erforscht. Zu diesem Schluss kommt auch die Studie des Umwelt-Bundesamtes von 2014. WKA emittieren Infraschall, der sich bei mehreren gleichzeitig betriebenen Anlagen noch potenziert. Infraschall kann nicht durch herkömmliche Mauern etc. gedämmt werden, sondern dringt ungehindert in die Häuser und verursacht in ungünstigem Falle Resonanzen.

Folgen einer Dauerexposition mit Infraschall sind:

Schlafstörungen, Tagesmüdigkeit, Leistungseinbußen, Konzentrationsstörungen, Lernschwierigkeiten bei Kindern, Schwindel, Gleichgewichtsstörungen, Tinnitus, Kopfschmerzen, Sehstörungen, Funktionsstörungen am Herzen, Bluthochdruck, Übelkeit, Magen-Darm-Störungen, Reizbarkeit, innere Unruhe, Panikattacken, Depression Im Schlüsselkatalog der Internationalen Klassifikation der Krankheiten und Gesundheitsprobleme (ICD-10-GM-2014) wird Schwindel durch Infraschall unter der Nummer T75.2 gelistet.

Messungen von Infraschall im Umfeld von WKA sind nach TA Lärm nicht vorgesehen.

In der „Machbarkeitsstudie zu Wirkungen von Infraschall“ des Umweltbundesamtes von 2014 wird festgestellt:

– dass negative Auswirkungen von Infraschall im Frequenzbereich unter 10 Hz auch bei Schalldruckpegeln unterhalb der Hörschwelle nicht ausgeschlossen sind

– dass bei tiefen Frequenzen mit steigender Dauer der Exposition die Empfindlichkeit zunimmt

– dass derzeit für den Infraschallbereich (0,1 – 20 Hz keine allgemeingültige Mess- und Beurteilungsvorschrift existiert

– dass im ganzheitlichen Immissionsschutz auch der Frequenzbereich unter 8 Hz berücksichtigt werden sollte.

– dass es fraglich ist, ob das Abstrahlungs- und Ausbreitungsmodell für kleinere WKA auf moderne, große Anlagen übertragbar ist. Aufgrund theoretischer Betrachtungen von Strömungsakustikern ist nicht davon auszugehen. Zudem kann je nach Ausbreitungsbedingungen der Schalldruckpegel mit zunehmendem Abstand zu- statt abnehmen (Van den Berg, 2006).

Diese Machbarkeitsstudie zu Wirkungen von Infraschall beinhaltet die aktuell umfangreichste Literaturübersicht und sieht unverändert einen dringenden Forschungsbedarf.

Rundreise im WKA Wald

Rundreise im WKA Wald

Heute fand in Dithmarschen ein Begehungstermin mit Teilen des schleswig-holsteinischen Petitionsausschusses statt, der in Kürze über die eingereichte Petition einer Bürgerin bezüglich größerer Abstände zwischen WKA und der Wohnbebauung beraten soll.

Der Tag wurde von zwei Fernsehteams (SAT 1 und NDR) begleitet. Zugegen waren leider nur Ausschussmitglieder der Oppositionsparteien CDU, FDP und der Piraten.

Die touristische Rundreise der etwas anderen Art führte mit dem gut besetzten Bus und einigen PKW durch Dörfer Dithmarschens, welche von hunderten WKA umzingelt sind. Diese Fahrt war trotz der vielen Vorabkenntnisse sehr schockierend – insbesondere die Region um Wesselburen.

Zwischenstopp wurde beim Ehepaar Siegert gemacht – dort möchte niemand (mehr) wohnen – da hatte unser Umweltminister in Eckernförde schon Recht.

Schließlich ging es in einen Gasthof, wo sich nach dem Eintreffen des Busses der Saal schnell füllte. Beeindruckend waren hier die Betroffenenberichte, welche persönlich teils sehr emotional vorgetragen wurden bzw. für Abwesende vorgelesen wurden. Aber auch die fachlichen Kurzbeiträge waren wieder sehr sachlich und vor allem überzeugend.

Nachdem man in früheren Jahren unsere Kommunalpolitiker bei belegten Brötchen und Würstchen zu Testanlagen nach Aurich und anderswo karrte, um ihnen dann zu erzählen, wie sehr man daran interessiert sei die Bürger mitzunehmen und welche horrenden Gewerbesteuereinnahmen die Gemeinden zu erwarten hätten, wenn man den vielen Vorhaben in den Gremien der Feierabendpolitiker positiv gegenüberstünde, so wurde am heutigen Tage meiner Ansicht nach ein wichtiger Meilenstein gesetzt!

Nun fahren wir Interessierte aus allen Regionen des Landes dorthin, wo auch Herr Habeck und Co. nach eigenen Angaben nicht mehr leben möchten: Im den Industriepark Dithmarschen!

Über die Organisation weiterer Busfahrten wurde heute bereits gesprochen. DANKE an alle Organisatoren für diesen sehr gut organisierten Tag!Eine Teilnahme an einer solchen Fahrt sollte für die Gemeindevertreter aller betroffenen Gemeinden eine moralische Verpflichtung sein.

Anbei ein paar Bilder, die sicherlich nur einen kleinen Eindruck vermitteln können, „erleben“ sollte man dies einmal selbst!

NDR- S-H Magazin, 20.10.2016, 19.30 Uhr Übertragung!

Nächster Termin für uns ist der 1.11.2016, 10 Uhr, wenn die Anhörung der Petition für größere Abstände zwischen WKA und Wohnhäusern stattfindet.

 

Niederfrequenter Schall und Infraschall

Jens Mogensen Für Natur und Umwelt Gegenwind SH eV 16.10.2016
Zusammengestellt u.A.aus einem Bericht von Dr Chistian Rohrbacher

Niederfrequenter Schall und Infraschall
(Jens Mogensen Für Natur und Umwelt Gegenwind SH eV 16.10.2016)
Zusammengestellt u.A.aus einem Bericht von Dr Chistian Rohrbacher
Nicht nur in Medizinerkreisen ist allgemein bekannt, dass ausreichender und
guter Schlaf die Grundlage jeglicher Gesundheit ist und gestörter Schlaf
rasch zu Krankheit führt.
(siehe Aussagen vom: Robert Koch Institut, WHO, Ärztekammer)
Es entspricht allgemeinem medizinischem Konsens, dass gestörter Schlaf
chronischem Stress gleichkommt. Niederfrequente Schallanteile und
Infraschall erzeugen besonders negativer Stress.
Infraschall, das sind Frequenzen unter 20 Hz, wird vom menschlichen Ohr
zwar nicht gehört, sehr wohl jedoch wahrgenommen.
( Unterscheidung: Wahrnehmungsschwelle/ Wirkschwelle, Beispiel: Röntgen
oder Radioaktivität)
Obwohl die sehr tiefe Frequenzen nicht hörbar sind, wirken sie dennoch auf
das zentrale Nervensystem, wo sie unter anderem dafür sorgen, dass
Hormonausschüttung und chronischer Stress entsteht.
Damit steigt die Anfälligkeit für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Allem voran
erhöhter Blutdruck mit Folgekrankheiten wie Schlaganfall und Herzinfarkt.
Hinzu kommen u.U. Gleichgewichtsstörungen, Schwindel, Tinnitus,
Herzrasen, Migräne, Konzentrationsstörungen, Gedächtnisstörungen,
Übelkeit, Nervosität und Depressionen.
Zu hohe Stresshormonspiegel führen zudem zur Unterdrückung
notwendigen Abwehrvorgänge des Körpers. Damit erhöht sich das Risiko von
Krebserkrankungen für Anwohner von WKA.
Die Beschwerden entstehen auch, wenn der gemessene Lärmpegel relativ
niedrig ist, weil der Infraschall u.U. langanhaltend wirkt.
Arbeitsschutzgesetze verbieten deshalb schwangeren Frauen in
Infraschall Umgebungen zu arbeiten!
Zahlreiche nationale und internationale Studien zu WKA und
niederfrequentem Schall und Infraschall (ILFN) zeigen eindeutige
Zusammenhänge zwischen Schall-Emissionen und Schlafstörungen.
Es besteht ein statistischer Zusammenhang zwischen der Schlafqualität und
der Entfernung zur nächsten WKA.
Ab ca. 2.000 Metern flacht die Kurve deutlich ab, so dass Abstände weiter
als 2.000 Meter nur noch geringe Effekte auf die Schlafqualität haben.
Daraus ergibt sich zwingend, dass sichere Mindestabstände zur
Wohnbebauung eingehalten werden müssen.
Studien belegen, dass mindestens 15-20 % aller Menschen
empfänglich/empfindlich für ILFN sind, d.h. 15-20% der zu nah an WKA
lebenden Anwohnern werden erkranken!
Das ist medizinisch betrachtet eine extrem hohe Rate. Die Zahlen für
Diabetes liegen z.B. unter 10%, die für Rheuma bei 2%.
Zur Reichweite von Infraschall, sei auf die Messungen der Bundesanstalt
für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR;
Hannover) aus 2006 hingewiesen, welche belegen, dass Infraschall
selbst in 10 km Entfernung zur WKA noch gemessen werden kann
Infraschall dringt in die Gebäude und lässt sich praktisch auch nicht
abdämmen.
Im aktuellen Regelwerk für die Genehmigung von WKA, TA Lärm DIN 9613-
2(1999), wird bis heute keine Rücksicht auf die potentiellen Risiken der
Personen mit sensorischer Überempfindlichkeit genommen.
Die in S-H derzeit gültigen Abstände sind definitiv zu gering!
Damit können die oben beschriebenen Erkrankungen durch WKA
Emissionen nicht mit der nötigen Sicherheit verhindert werden
Die heutigen Regelungen müssen deshalb revidiert werden, um mit einem
größerem Abstand zur Wohnbebauung die Risiken von Krankheitsanfälligkeit
zu verhindern oder zumindest zu reduzieren.
Behörden schreiben als Voraussetzung für die Inbetriebnahme von WKA,
keine Schallmessungen bei nahe gelegenen Häusern vor.
Vielmehr werden die Messungen nur auf hörbaren (63 Hz) Schall außerhalb
von Gebäuden begrenzt.
Diese dBA gewichtete Messungen sind nachweislich NICHT zur Bewertung
von niederfrequentem Schall und Infraschall geeignet.
Einige Schallgutachten verlassen sich sogar ausschließlich auf Simulation
per Computer. Dies erfolgt durch Prognosen und Schätzgleichungen von
hörbaren Durchschnittsgeräuschen, also ohne jegliche exakte
Überprüfungsmessungen!
Solche Methoden sind daher nicht in der Lage, richtige Auswertungen des
Schallmusters von WKA zu geben. Besonders da die Anlagen immer größer
werden.
Die Bund/Länder AG für Immissionsschutz (LAI) hat das erkannt aber das
sog. Interimsverfahren wird z.Z.durch BWE blockiert
Ich denke damit einen deutlichen und vielleicht auch erschreckenden
Überblick zu den Auswirkungen und Gesundheitsrisiken gegeben zu haben.
Gerade für die direkten Anwohner mit weniger als 2 km Abstand zu WKA.
Das Mindeste, was jetzt für den Schutz der Bevölkerung getan werden sollte,
ist ein sofortiger Ausbaustopp und die Studie aus dem einstigen
Windkraftland Nr. 1 Dänemark abzuwarten:
Dies ist zur Zeit die weltweit erste und einzige „Freiland“-Studie mit über
10.000 Betroffenen. 2017 werden die Ergebnisse vorliegen.
Bis dahin sind in Dänemark nahezu sämtliche Windkraftprojekte auf Eis
gelegt.
Darum abschließend:
Es kann und darf nicht sein, dass wirtschaftliche, politische oder ideologische
Interessen wichtiger sind als die Gesundheit und die Lebensqualität der
Anwohner.
Es sind Menschen, und ALLE Menschen, auch die Bewohner von
sogenannten Splittersiedlungen und Einzelhäusern, haben ein Recht auf
körperliche Unversehrtheit. Dies darf nicht ausgehebelt werden.
Die Politik ist dem Art 2 Abs. 2 des GG verpflichtet !!!
Der bisherige forcierte Ausbau der EE durch WKA ist ein Irrweg.
Wir brauchen Mindestabstände von mindestens 10x Höhe der Anlagen,
um wenigstens einigermaßen die Gesundheitsinteressen der Anwohner zu
wahren und zu schützen.
Und wenn Sie jetzt sagen: Ja, aber dann können wir ja nicht mehr so viele
Anlagen aufstellen, dann sage ich ganz klar: Na und ? Dann ist das so!
Es gibt ohnehin ein Überangebot am Windstrom der nicht eingespeist werden
kann. Von allen Abschaltungen in der BRD entfallen jetzt schon 72,4% auf SH
!!
Die Tatsache das in SH schon heute mit 96% EE die Ausbauziele der
Bundesrepublik für das Jahr 2050 (von >80% EE) übertroffen sind, ermöglicht
es hier größere Abstände vorzusehen. Andere Länder machen dies ja längst.
Und ohne ein irrationales 300% Ziel.
Der ländliche Raum muss bewohnbar bleiben. Er darf nicht zur
Kraftwerksindustrielandschaft verkommen.
Junge Familien und ihre Kinder müssen auch weiterhin gesund und glücklich
auf dem Land leben können, anstatt in die Ballungszentren der Städte
vertrieben zu werden, mit all den sozialpolitischen Spannungen und
Problemen dort.
Vielen Dank