Mit zwei kritischen Offenen Briefen konfrontiert der Landesverband der windkraftkritischen Bürgerinitiativen Gegenwind SH die Abgeordneten des Schleswig-Holsteinischen Landtags mit dem intransparenten und rechtlich fragwürdigen Vorgehen der Landesregierung bei der Planung der neuen Windvorranggebiete und der Umsetzung des Immissionsschutzes.

„Wir stellen fest, dass die wenigsten Abgeordneten ausreichend über die Hintergründe informiert sind., sagt Dr. Susanne Kirchhof, erste Vorsitzende.“ dabei ist es mehr als berechtigt, bei einer so weitreichenden und politisch brisanten Frage wie der Ausweisung von neuen Windvorranggebieten die Vorgaben der Ministerien kritisch zu hinterfragen.“

Letztendlich werden mit der Windflächenausweisung Beschlüsse gefasst, die weitreichende Konsequenzen für die Lebensrealität sehr vieler Menschen im Land aber auch auf Natur und Umwelt haben. Die angebliche Notwendigkeit von 2 % der Landesfläche für die Installation von 10 GW Leistung ergibt sich aus keiner fachlichen Ableitung sondern ist im Zusammenhang mit dem energiepolitischen Ziel vollkommen willkürlich definiert. Dazu liegt dem Landesverband eine offizielle Bestätigung aus der Landesplanung vor.

Der tatsächliche Flächenbedarf, der sich aus einer offiziell vom Land in Auftrag gegebenen Studie von 2014 ableitet liegt bei 1,4 % der Fläche. Damit könnten wesentlich höhere Schutzabstände zur Wohnbebauung, aber auch die Einhaltung der internationalen Artenschutzvorschriften mit dem energiepolitischen Ziel der Landesregierung problemlos in Einklang gebracht werden.  Die Ausweisung von zusätzlichen Flächen dient ausschließlich den Interessen der Windbranche, schafft aber auf der anderen Seite maximale Konflikt mit dem Schutzanspruch von Mensch, Arten, Natur und Landschaft.

Teilfortschreibung des Landesentwicklungsplans Schleswig-Holstein 2010 zum Sachthema Windenergie – Offener   Brief an den Innen- und Rechtsausschuss