….und was machen wir dann?

….und was machen wir dann?

von Steffen Gross
Region Wetzlar

Zwölf Minuten bleiben bis zum Stromausfall
Mit der Energiewende droht Verbrauchern künftig die Zwangsabschaltung

Wetzlar Durch immer mehr Wind- und Solaranlagen gerät die Stabilität der Stromnetze in Gefahr. Um den großen Blackout zu verhindern, sind Netzbetreiber wie Enwag verpflichtet, einzelne Verbraucher oder ganze Stadtteile abzuschalten. 12 Minuten Reaktionszeit bleiben ihnen dafür. Wer schon einmal von einem Stromausfall überrascht wurde, kennt die weitreichenden Folgen. Nichts geht mehr – kein Licht, keine Heizung kein Herd, kein Telefon, kein Computer. Noch unangenehmer kann es werden, wenn Aufzüge steckenbleiben und Produktionsmaschinen ausfallen. Solche Ausfälle könnten künftig geplant, aber genauso
plötzlich auftreten. Denn im Energiewirtschaftsgesetz hat der Gesetzgeber den Stromnetzbetreibern vorgeschrieben, Vorsorge für die Netzstabilität zu treffen. Die Lösung heißt Kaskadierung, dem großen Knall soll mit der Abschaltung einzelner Kunden oder ganzer Netzgebiete zuvorgekommen werden – je nach Bedarf. Die Kaskadierung ist gesetzliche Norm und Wasser auf die Mühlen der Windkraftgegner. (mehr …)

3 Wochen noch…

3 Wochen noch…

Hallo zusammen,

in gut drei Wochen endet die Einwendungsfrist für die erste Runde der Regionalplanung. In vielen Gemeinden und Kreisen werden in den nächster Zeit noch Stellungnahmen verabschiedet.  Falls jemand noch Ideen und Anknüpfungspunkte für eigene oder weitere Stellungnahmen  benötigt, sollte sich die bereits verfügbaren Stellungnahmen der kommunalen Gremien anschauen. Ich habe die mir öffentlich zugänglichen Stellungnahmen der Kreise (6 liegen bisher vor) und verschiedener Gemeinden einmal zusammengestellt. Sie sind zu finden unter

https://www.windenergie-planung.de/stellungnahmen-regionalplanung/

Einige sind noch im Entwurfsstadium, werden aber sicher nicht mehr viele Änderungen bekommen. Umfang und Qualität sind unterschiedlich, aber in jedem Fall sind die Stellungnahmen interessant. Teilweise wird auch das gesamträumliche Planungskonzept angegriffen. Zu vielen Vorrangflächen gibt es (oft ablehnende) Detailkommentare. Es ist offensichtlich, dass die Landesplanung noch sehr viele inhaltliche Fehler gemacht hat. Das ist insofern nicht überraschend, da fast alles am Reißbrett geplant wurde ohne die eigentlich notwendige Feldarbeit vor Ort. Damit war die Landesplanung aber offensichtlich personell völlig überfordert. Es lohnt sich also durchaus, jede noch so kleine Beobachtung zu Papier zu bringen.

Falls jemand weitere interessante kommunale Stellungnahmen (oder die links dazu) verfügbar hat, bitte mir zusenden. Ich werde diese dann umgehend online stellen.

Viele Grüße

Holger Diedrich

10 Thesen zur Energiepolitik

10 Thesen zur Energiepolitik

Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt

10 Thesen zur Energiepolitik

40 Vertreter aus den unterschiedlichsten Landkreisen Schleswig-Holsteins haben sich am 24. Mai um 15.00 Uhr vor dem Landtag in Kiel versammelt, um dort 10 Thesen zur Energiepolitik an eine Tür zu nageln.

Oliver Kumbartzky, der energiepolitische Sprecher der FDP und Uli König, Piraten, waren vor das Landeshaus gekommen, um sich anzuhören, wie wir die Energiepolitik von Land und Bund mit dem Ablasshandel der katholischen Kirche vor 500 Jahren in Bezug setzten.

Von mittelalterlicher „Wertschöpfung im ländlichen Raum“ sprach die Vorsitzende des Landesverbands Für Mensch und Natur – Gegenwind Schleswig-Holstein, Susanne Kirchhof, und beschrieb, mit welchen Methoden damals Papst und regionale Bischöfe aus dem Verkauf von Seelenheil ein einträgliches Finanzmodell entwickelt hatten, das eine massive Umverteilung des Geldes von unten nach oben zur Folge hatte. Die Analogie zur heutigen EEG-Energiewende drängt sich förmlich auf.

Als gegen Ende der Rede von auch noch der CDU-Vorsitzende und vermutlich zukünftige Ministerpräsident, Daniel Günther, vor die Delegation trat und nicht nur die Thesen in Empfang nahm, sondern auch in einer kurzen Ansprache betonte, dass die CDU ihre Wahlversprechen – größere Abstände zwischen Windkraftanlagen und Wohnhäusern und eine neue Regionalplanung, die auch dem Bürgerwillen also der Akzeptanz vor Ort wieder Rechnung trägt – bei den schwierigen Koalitionsverhandlungen mit den Grünen nicht vergessen wird, war ihm die Sympathie der Anwesenden und Applaus sicher.

Susanne Kirchhof betonte am Ende ihrer Rede mit dem Hinweis auf die zeitgleich stattfindenden Aktionen in Brandenburg, Baden Württemberg, Sachsen, Thüringen Hessen, Rheinland Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern, dass die Energiepolitik in den einzelnen Bundesländern sehr wohl die Weichen für den Ausgang der Bundestagswahl stellt.

Weder SPD noch Grüne hielten es für nötig, wenigstens einen Abgeordneten zu schicken. Während Ralf Stegner sogar im Hintergrund durchs Bild schlenderte, dabei aber die kleine Aktion keines Blickes würdigte, blieb Bernd Voß, Abgeordneter der Grünen, wenigstens zu einem kurzen Gespräch stehen, als er nach Ende der Veranstaltung das Landeshaus verließ.

Die Botschaft ist bei den Akteuren der zukünftigen Koalition weitestgehen angekommen. Bleibt zu hoffen, dass diese nicht nur in den Ohren, sondern auch in den Köpfen nachwirkt.

Zu Schluss ein historischer Exkurs: Martin Luther hatte seine Thesen wider den Ablasshandel zunächst an den Erzbischof von Mainz und Magdeburg, Albrecht von Brandenburg, geschickt und keine Reaktion von ihm erhalten. Danach verbreiteten Freunde von Martin Luther seine Thesen, die darauf Gegenstand der öffentlichen Diskussion im ganzen deutschen Reich wurden.

Wir können daraus (wieder einmal) das Fazit ziehen, dass eine fachliche Diskussion mit den Entscheidern – solange sie die direkten Profiteure des von uns beklagten Missstandes oder zumindest von den Profiteuren des Systems beeinflusst sind, wenig Erfolg hat.

Die Missstände müssen in der Öffentlichkeit diskutiert werden, nur so werden wir eine Änderung herbeiführen.

 

10 Thesen Die Rede von Dr. Susanne Kirchhof anlässlich Thesenanschlag vor dem Landeshaus in Kiel am 24.05.2017

Symbolischer Akt im Lutherjahr – 10 Thesen zur Energiepolitik

Symbolischer Akt im Lutherjahr – 10 Thesen zur Energiepolitik

Am Mittwoch, dem 24. Mai um 15.00 Uhr wird eine Abordnung des Landesverbands FMuN – Gegenwind Schleswig-Holstein e.V. vor dem Kieler Landeshaus eine Holztür aufstellen. In einem symbolischen Akt werden dann zehn Thesen zum Thema Energiewende an das Türblatt genagelt. Die Vorsitzende des Vereins, Dr. Susanne Kirchhof, wird eine kurze Rede halten.
Alle Landtagsabgeordnete, explizit CDU−Wahlsieger Daniel Günther, sind persönlich eingeladen an die Tür zu kommen.

Wie einst Luther, der sich zum Ziel gesetzt hatte, Fehlentwicklungen innerhalb der Kirche zu korrigieren, verweisen die Gegenwind−Aktivisten mit ihrem Thesenanschlag auf die Kernpunkte einer verfehlten Energiepolitik. Wie einst die Kirchenväter im Dienste der Wahrheit zum Disput animiert werden sollten, fordern die Windkraftkritiker alle Volksvertreter des Bundestages und der Landtage auf, ihre zehn Thesen zur Energiewende unverzüglich zu diskutieren. Der Appell an die Vernunft ist tonangebend: Eine Energiewende sollte nicht auf Grund einer politisch verordneten Ideologie, sondern auf der Basis von Wissen und Fakten betrieben werden. Hier die Thesen im Wortlaut: (mehr …)

Zerstört die Küstenkoalition von SPD, Grünen und SSW durch den Windkraftausbau Kulturlandschaften, Lebensraum und Heimat?

Zerstört die Küstenkoalition von SPD, Grünen und SSW durch den Windkraftausbau Kulturlandschaften, Lebensraum und Heimat?

Die Anzeige der Bürgerinitiative Netzwerk Dithmarschen in der DLZ am 06.05.2017 zeigt Beispielhaft was die Energiewende, im speziellen die Windindustrie mit unseren Landschaften, der Natur und den Menschen macht.

Nach unserer Gründung und der Aufnahme der vielen klaren Meinungen und bitteren Wahrheiten, der vielen Menschen, die sich große Sorgen um ihren Lebensraum, ihre Heimat und ihre umliegende Natur machten und noch immer machen, begannen wir mit unserer Arbeit. Eines war schon von Anbeginn für alle ganz klar: Die Menschen mussten über Vorgänge, zu den Windkraftangelegenheiten in ihren Gemeinden informiert werden, denn die Infos dazu wurden und werden auf kommunaler Ebene zahlreich, sehr gerne unter dem „Deckmäntelchen der Verschwiegenheit“ behandelt. Zu diesem Zeitpunkt dachte ein Großteil unserer Mitglieder noch: Die Windmüller und die Windkraftplaner seien Schuld an der ganzen Misere. Diesen Eindruck konnte man als Bürger/in auch gewinnen, denn eine Gemeinde nach der anderen wurde von potentiellen Windmüllern und Windkraftplanern förmlich überrannt, es geht um viel Geld und die Gier war grenzenlos.

….

Hier der ganze Text:

Hier die in der DLZ veröffentlichte Version:

DLZ Bürgerinitiativen Netzwerk Dithmaschen

Windkraftsymposium 2017 für Schleswig-Holstein in Kiel

Windkraftsymposium 2017 für Schleswig-Holstein in Kiel

Im Kieler Wissenschaftszentum kamen am 22. April rund 120 Menschen aus verschiedenen Landstrichen in Schleswig-Holstein zusammen, um der Veranstaltung des Vereins „Für Mensch und Natur-Gegenwind Schleswig-Holstein e.V.“ beizuwohnen. Sie wurden nicht enttäuscht. Dipl.Ing Rupert Rompel, Diplom Geograph Holger Dietrich und Dr. Susanne Kirchhof trugen mit sehr informativen und schlüssigen Vorträgen zu einem sehr kurzweiligen Samstagnachmittag bei.

Rupert Rompel nahm sich als erster Referent das Zahlenwerk vor, auf dem die energiepolitische Zielsetzung der Landesregierung basiert. Energiewende- und Umweltmister Habecks Äußerung, dass bald eine 7 Meter hohe Spundwand um unser Bundesland errichtet werden müsste, wenn wir den Klimawandel nicht durch neue Windräder stoppen würden, war eine Steilvorlage für ihn. Genüsslich zerpflückte er die Daten des Chefs des MELUR und wies nach, dass der Anteil Deutschlands am weltweiten CO2 Ausstoß nur sehr gering ist, der Schleswig-Holsteins gar nur im Promille-Bereich liegt. Genauso wies er nach, dass die bisherige Stromproduktion der Schleswig-Holsteinischen Atomkraftwerke nicht 40 Terawattstunden (TWh) betrugen, so dass das von der Landesregierung vorgegebene Ziel zur Stromerzeugung durch Windkraft viel zu hoch ist. Die anhand der Zahlen im Vortrag gewonnene Erkenntnis, dass der CO2 Ausstoß Deutschlands sich trotz des Zubaus von Windrädern nicht verringert hat, rundete den guten Vortrag, in dem es viele weitere Aspekte gab, ab.

Holger Dietrich präsentierte in seinem Vortrag ein interessantes Zahlenwerk, das sich nahtlos in Rompels Vortrag einfügte. Einige Fakten seien hier herausgegriffen: Eine Erhöhung der Produktion durch WKA auf See um 1,5 Gigawatt Leistung würde den Flächenbedarf von WKA  an Land auf 1,3 Prozent verringern. Eine sinnvollere Anordnung der Windräder auf den Eignungsflächen, bei der die wetterphysikalischen Vorgaben und nicht die Interessen der Grundeigentümer berücksichtigt würden, trüge zu einer effizienteren Nutzung der Areale und somit ebenfalls zu weniger Flächenbedarf bei. Eine so gut wie immer vernachlässigte Erkenntnis ist die ständige Vergrößerung der Rotorflächen durch immer größere Windkraftanlagen. Mit bis zu 150 Metern Durchmesser stellen sie ein Vielfaches der Generation der ersten Windräder dar und somit auch ein entsprechend höheres Tötungsrisiko für streng geschützte Großvögel und Fledermäuse.

Susanne Kirchhof rief uns die vielen Zitate aus der Landespolitik, allen voran die Ministerpräsident Albigs, ins Gedächtnis. Alle Fakten und Warnungen wurden bisher in den Wind geschlagen. Das liegt nach Ansicht Kirchhofs an einem grundsätzlichen Trend in Deutschland, dass Neuerungen immer zu Beginn „hochgejubelt“ würden und Warnungen vor Risiken nicht beachtet werden. Erst wenn nach längerer Zeit sich Risiken offenbaren, wird ernsthaft nachgeforscht. Als Beispiele unter vielen führte sie Atomenergie und Asbest an. Auch hier seien nur einige weitere Aspekte ihres Vortrag herausgegriffen: Unter dem Oberbegriff „Diskrepanzen“ beklagte sie, dass u.a. das Tötungsrisiko geschützter Vogelarten, dass Schleswig-Holstein ein Korridor für Zugvögel ist und der Schutz unserer Landschaft für die Verantwortlichen im Kieler Landeshaus nicht signifikant sind. In einer Grafik stellte sie dar, wie in einem Zyklus von politischen Vorgaben und staatlicher Förderung Politik und Unternehmertum immer erfolgreicher werden, während der Stellenwert der betroffenen Gemeinden durch Wertverlust, Gesundheitsrisiken, Abwanderung etc. immer weiter sinkt.

Vertreter der Im Landtag vertretenen Parteien folgten den Vorträgen. Patrick Breyer (Piraten), Kirsten Eickhoff-Weber (SPD), Oliver Kumbartzky (FDP), Heiner Rickers (CDU), und Bernd Voß (Bündnis 90/Die Grünen), *), stellten sich den Fragen und Kritiken aus dem Publikum. Naturgemäß hatten die Abgeordnete der SPD und der Abgeordnete der Grünen einen schweren Stand. Sie mussten teilweise unsachliche und personenbezogene Zwischenrufe aus dem Publikum ertragen, ehe Moderator Heiko Stark eingriff, um dieses zu unterbinden. Es entwickelte sich eine muntere Diskussion, in der die allseits bekannten konträren Positionen zur Sprache kamen, die auch in den abschließenden Erklärungen der Politiker verdeutlicht wurden.  Auch den Vertretern der Oppositionsparteien wurde sehr schnell klar, dass die Veranstaltung kein „Heimspiel“ für sie ist.

Susanne Kirchhof beklagte in ihrem Schlusswort, dass alle Vorschläge zum Umdenken und Verbessern der Energiepolitik von der Landespolitik ignoriert werden und somit ungehört in den Fluren des Kieler Landeshauses verhallen. Mit dem Dank an alle Beteiligten für ihr Kommen, die Mitgestaltung und das Interesse beendete sie eine sehr informative Veranstaltung.

Vortrag Dipl. Ing. Rupert Rompel

Daten und Fakten werden hier klar dargestellt. Diese belegen jedoch auch, das man sich von Seiten der Landesregierung nicht wirklich an Fakten hält und sich sein Ausbauziel ideologisch zusammenschustert.

Vortrag abrufen
Vortrag Holger Diedrich Diplom-Geograph, Dipl.-Ing. (FH)

Wie gestalten sich die Windkraftpläne der Landesregierung mit ihren immer wieder betonten 2% der Landesfläche.

In diversen realen Fakten wird die Belastung für Schleswig-Holstein dargestellt. So werden zukünftig fast 70% der Fläche von SH weniger als 5km von WKA entfernt sein!

Vortrag abrufen
Vortrag Dr. Susanne Kirchhof

Der CO2-Ausstoss in Deutschland sinkt nicht – Die Landesregierung um SPD – Grüne – SSW betreibt keine Klimapolitik, sondern alleinig Klientelpolitik.

Vortrag abrufen