Es ist Wahlkampf!! Eine Meinung dazu.

Es ist Wahlkampf!!!!

von Katrin Johansen

Herr Günther möchte gewählt werden, Herr Albig auch, Herr Stegner sowieso, Herr Börner total gerne und Herr Schlie ziemlich sicher. Natürlich werden dafür Stimmen gebraucht, unsere Stimmen, und genau da wird sich jetzt ins Zeug gelegt. Ausbau der Windenergie in Schleswig- Holstein hat es in den Wahlkampf geschafft und somit ist die Märchenstunde eröffnet….

Es ist Wahlkampf 28-2-17

Ungefähr vier Minuten Lesezeit für einen Denkanstoß zur Meinungsbildung

Auch unter:

http://bi-gegen-wka.de/Aktuelles/

Land der Horizonte nun Energierührpott…?

Land der Horizonte nun Energierührpott…?

Bei den vier Informationsveranstaltungen der Landesregierung in Bad Oldesloe, Rendsburg, Husum und Bordesholm haben zahlreiche windkraftkritische Bürgerinnen und Bürger sowohl vor den Eingängen mit Bannern, rotem Blinklicht und WKA-Geräuschsimulator, als auch bei den Veranstaltungen selbst mit viel Sachverstand und kritischen Fragen der Landesregierung zu verstehen gegeben, dass die geplante Industrialisierung unseres schönen Schleswig-Holsteins mit riesigen Windindustrieanlagen von uns nicht hingenommen wird. (mehr …)

So geht es weiter mit der Windkraft in Schleswig-Holstein

So geht es weiter mit der Windkraft in Schleswig-Holstein

Warum die Regierung nichts an den Abständen zu den Einzelhäusern, Siedlungen und Dörfern ändern will…

Dazu ein Leserbrief von Uwe Krüger:
Ausbau
Frank Jung
Husumer Nachrichten vom 15.1.2016
Die Aussagen von MP Albig zu den Abständen zur Wohnbebauung sind zynisch, menschenverachtend und ggf. auch gar nicht rechtskonform, da so innerhalb Schleswig – Holsteins und insbesondere auch im Bund, Menschen mit unterschiedlichem Schutzanspruch definiert würden.
Die Begründung, dass man ohne diese Ungleichbehandlung nicht genügend „Potentialflächen“ hätte ist nicht nur abwegig, sondern auch unzutreffend, denn Albig selbst sagt, dass bei 800m Abstand 2,2% der Landesfläche verfügbar wären, Ziel der Landesplanung wären aber lediglich 1,5% bis 2 % für Windkraftanlagen auszuweisen. Mit derartig unstimmigen und abwegigen Argumentation könnte man ja auch die zulässigen Strahlenbelastungen für die Bevölkerung in Deutschland unterschiedlich definieren, je nachdem ob ein problembehaftetes AKW oder ein undichtes Endlager in der Nähe des
Wohnortes ist, würden dort dann höhere Grenzwerte zu Anwendung gebracht. Vielleicht ist MP Albig gar nicht klar, welchen gefährlichen Unfug er da von sich gibt. Ob es überhaupt rechtskonform wäre, dass innerhalb Deutschlands unterschiedliche Grenzwerte zur Abwendung potentieller Gesundheitsgefährdungen angewandt würden, kann man sicher bezweifeln. Albigs Ignoranz wird somit lediglich weitere Gerichtsentscheide erforderlich machen, löst aber kein Problem und schafft weder Rechtssicherheit noch Planungssicherheit. Abstandsregelungen dienen letztendlich der Vermeidung auch von potentiellen Gesundheitsgefährdungen. So eine Gefährdung wird bez. Infraschall von MP Albig, bar jeder eigenen Sachkunde, ignoriert. Er leugnet sogar das Vorhandensein entspr. Untersuchungen.
Dies ist aber entweder eine eindeutige Lüge, oder man hat ihm noch nie was von den Untersuchungen berichtet, was unglaubwürdig ist bzw. Zweifel aufkommen lässt, ob er denn als MP überhaupt am richtigen Platz ist.

Es werden also unter Vernachlässigung aller gebotenen Vorsicht bei der Risikoabwendung (und dies gilt eben auch für potentielle Gefährdungen), die Interessen der Bürger privatwirtschaftlichen Interessen untergeordnet. Das hat man schon einmal beim Aufbau der Kernenergie so gemacht und zwischenzeitlich offenbar nichts dazugelernt. Was von solchen menschenverachtenden „Politikern“ wohl noch zu erwarten ist, mag man sich gar nicht vorstellen.

Auch bez. der Energiewende zeigt sich MP Albig hauptsächlich unkundig, begriffsstutzig bzw. ignorant und nicht wirklich lösungsorientiert. Wenn man keinen Kühlschrank hat und einem 2 mal irgendwann im Jahr 2Tonnen Nahrungsmittel in die Wohnung gekippt werden, wird man dennoch verhungern, da an den meisten Tagen des Jahres nur verdorbene und somit nicht nutzbare Nahrungsmittel vorhanden wären. Mit einem Kühlschrank (eigentlich bräuchte man ein Kühlhaus) sähe das ganze natürlich ganz anders aus. Nun kann man zwar an Tagen des großen Überflusses ggf. einen
Teil Nahrungsmittel an andere „Kühlschranklose“ abgeben, benötigt dafür aber auch eine entsprechende (teure) Infrastruktur. Mit einer Vervielfachung der zweimaligen Nahrungsmittelmenge wird das Problem nicht einfacher, da potentielle Abnehmer eben das
gleiche Problem haben, Lieferungen über den aktuellen Bedarf hinaus nicht kühlen (speichern) zu können.
Ob MP Albig sich auch so an großen, aber sinnlosen Zahlen ergötzen würde, wenn es wirklich um Nahrungsmittel und nicht um Windstrom ginge? Offenbar sind ihm die technischen Gegebenheiten von Stromerzeugung, Transport, Speicherung und Verbrauch so wenig bekannt, dass er vielleicht wirklich an sein naives „viel hilft viel – Mantra“ glaubt (wäre dann jedoch als Energiewende – MP völlig untauglich).

Nun weht zwar an mehr als zwei Tagen im Jahr Wind, aber speichern kann man die Elektrizität in nennenswertem Umfang nicht einmal eine Sekunde. Die Pumpspeicherwerke in Deutschland können zusammen Energie zur Versorgung des Landes für vielleicht eine Stunde aufnehmen und bei Flaute bereitstellen. Andere Lösungen, die vielleicht die Möglichkeiten zur Versorgung des Landes auf mehrere Stunden erweitern könnten, werden zwar viel beschworen, verursachen im Aufbau erhebliche Kosten und sind aber in absehbarer Zeit nicht verfügbar. Zudem ist es höchst zweifelhaft, ob konventionelle Technologie zur Speicherung großer Elektrizitätsmengen (Pumpspeicherwerke) in erforderlicher Zahl und Größe in Deutschland errichtet werden können, da aus topographischen Gründen große
Flächen der Mittelgebirge oder von Alpentälern dafür genutzt werden müssten.

Die Propagandaerfolge einer zeitweiligen mehrfachen Versorgung aus Windenergie in S-H sind daher ebenso wenig wert, wie wenige Fressgelage im Jahr in einer „kühlschranklosen Hungergesellschaft“.
Es wird dabei nicht nur von MP Albig verschwiegen, dass der Aufbau einer entsprechenden Speicherinfrastruktur eine nationale Aufgabe ist (bzw. wäre, denn es tut sich nichts), die wohl
über Jahrzehnte dauern und dreistellige Milliardenbeträge erfordern wird. Derzeitige Batteriespeicherprojekte oder dergl. sind zwar nette Insellösungen, erfordern aber auch hohe Investitionen und sind für die Versorgung von Industrieanlagen untauglich. Wenn es aber keine hinreichenden Speichermöglichkeiten für Windenergie gibt, kann man damit nicht die Energieversorgung einer (noch) Industrienation bewerkstelligen. Man könnte nun in Erwägung ziehen, nicht speicherbaren Windstrom zur Einsparung fossiler Energieträger zu nutzen, um das Problem so wenigstens ein wenig abzumildern und auf bezahlbarem Niveau zu lösen. Das ist aber offenbar nicht auf der Agende der Kieler Landespolitik, da die mit der Energiewende verbundene CO2 Problematik gar nicht verstanden wird.

MP Albig hingegen gefällt sich als Kirchturmpolitiker mit Tunnelblick und dient somit lediglich einigen gierigen Akteuren der Windkraftbranche als williger Garant zur Verstetigung der Lizenz zum Gelddrucken.
Dem Land, der Bevölkerung und auf Dauer auch den anderen Akteuren in den regenerativen Energien fügt er jedoch Schaden zu. Das ist jedoch kaum die Aufgabe eines Ministerpräsidenten.

Uwe Krüger
Uelvesbüll

als PDF Datei: Windenergieplanung Abstände 400 800m 15012016

Leserbrief zum Jahresrückblick der Lübecker Nachrichten am 20./21.12.2

fischzeitungSehr geehrte Damen und Herren,

Sie etikettieren in Ihrer heutigen Wochenendausgabe der LN 2015 u.a. als „wunderbares Jahr“ und zitieren eine junge Syrerin. Vielen Deutschen falle die Antwort auf die Jahresbilanz wohl schwer. Auf Seite 2 des Journals stellen Sie den „Terror“ in den Vordergrund, die Seite 3 schildert die bundesdeutschen Herausforderungen. Die Seiten 4 und 5 sind von Gefühlen zum Tode von Helmut Schmidt und zu Günter Grass oder zu Til Schweigers Flüchtlingshilfe bestimmt.

Als Leser Ihrer Regionalzeitung nehme ich wahr, dass auch in diesem Journal überregionale Themen bestimmend sind. Das ist auch der Grund dafür, warum ich mich frage, warum ich Ihre Zeitung weiter kaufen oder gar abonnieren soll?

Wenn es in Ihrer Zeitung einmal um Regionales geht, vermisse ich, dass Sie nah am Leser sind. (mehr …)

Interview mit dem Weser-Kurier – 05.03.2012

Interview mit Frank Jurkat, Vorsitzender des Aktionsbündnisses Gegenwind-SH, in dem sich 60 Bürgerinitiativen aus S-H gegen den vom Land geplanten Ausbau der Windkraft-Standorte zusammengeschlossen haben.

1) Die Windenergie wird, parteiübergreifend in Schleswig-Holstein, als „Herzkammer“ (Grüne), „Schrittmacher“ (SPD) und der „richtige Weg“ (CDU) für die Energiewende bezeichnet. Sie bestimmt schon jetzt, aktuellen Angaben zufolge, nahezu 50 Prozent des Nettostromverbrauchs in Schleswig-Holstein. Eine gute Nachricht?

Jurkat: Windenergie ist definitiv der falsche Weg, um eine Energiewende herbeizuführen. Dass Windstrom nahezu 50 Prozent des Nettostromverbrauchs abdeckt, ist eine Lüge. Tatsächlich haben die vorhanden Windkraftwerke in Deutschland im November 2011 im Mittelwert nur 14,5 Prozent der installierten Nennleistung und im Dezember 2011 immerhin noch 38,5 Prozent ihrer installierten Nennleistung produziert. Damit haben die deutschen Windkraftwerke zu einem verschwindend geringen Teil zur Stromversorgung beigetragen. Und das bei in Deutschland bereits errichteten rund. 22.300 Windkraftwerken. Hier wird die Stromversorgung und Netzsicherheit in unverantwortlicher Weise nicht nur aufs Spiel gesetzt. Hier wird diese zerstört. Windstrom ist Zufallsstrom und kann niemals Strom aus Kohle- und Kernkraftwerke ersetzen. So unbefriedigend das ist, so wahr ist es. Wir versäumen, uns mit anderen Formen der Stromerzeugung aus konventionellen und sog. erneuerbaren Energiequellen auseinanderzusetzen und echte Alternativen zu entwickeln.

 

2) Welche wären das?

Jurkat: Zum Beispiel Geothermie. Schleswig-Holstein gehört zu den Landschaften, die besonders geeignet dafür sind. Natürlich darf auch das nicht ohne Bürgerbeteiligung gehen und muss mit Bedacht vorangetrieben werden und nicht wie im südbadischen Staufen, wo im Zuge innerstädtischer Bohrungen  (ohne vorherige Probebohrungen) Wasser in Gipsschichten eindringt und die Oberflächenbewegungen die Stadt förmlich zerreißen. Wir vom Landesverband sind keine St. Florianer. Windkraftwerke sind ökologischer und ökonomischer Unsinn. Und das nicht nur in Schleswig-Holstein.

 

3) Sie leben im Herzogtum Lauenburg. Wie sind Sie konkret vom Ausbau der Windenergie in Schleswig-Holstein betroffen?

Jurkat: Bei uns in der Gemeinde Schiphorst stehen vier Windkraftwerke mit je 100 Metern Höhe. Vier baugleiche Windkraftwerke stehen in der direkten Nachbargemeinde. Auch wenn es gegenüber heutigen Windkraftwerken (WKW) mit 150 – 180 Metern Höhe eher kleine WKW sind, leiden wir und unsere Nachbarn schon heute bei entsprechenden Wind- und Wetterlagen an den Lärmemissionen, die erzeugt werden. Und das, obwohl die WKW immerhin rund 700 Meter entfernt stehen. Für Anwohner, die solche oder die heutigen Bauarten in 400 bis 500 Metern Entfernung haben, bedeutet der Lärm Körperverletzung.

 

4) Also: Klimaschutz und Energiewende –  Ja bitte, aber nicht vor der eigenen Haustür?

Jurkat: Zur ganz persönlichen Haustür meiner Familie. Wir haben eine Solarthermie-Anlage auf dem Dach. Wir erzeugen Warmwasser mit Solarenergie und sparen Heizöl. Wir leben nicht von der Subvention des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) auf Kosten anderer und speisen keinen „Sonnenstrom“ in ein Netz ein, das diesen eh nicht benötigt. Damit sparen wir – derzeit kostspieliger als Heizöl zu verbrennen – einen endlichen Energieträger, nämlich Öl.

 

5) Was hat Sie so aufgebracht, dass Sie sich dem Ausbau der Windkraft entgegenstellen?

Jurkat:  Mehrere Faktoren. Früher dachte auch ich beim Anblick von Windkraftwerken, das sei eine sinnvolle Alternative. Durch die direkte Konfrontation mit Windkraftwerken, der direkten Beobachtung der Stillstandszeiten und der Recherche dazu, der Auswirkungen auf die Umwelt und der Informationssammlung zu Klima, EEG, gesundheitliche Auswirkungen, Energiepolitik und –Versorgung, zur Korruption auf Gemeindeebene im Zusammenhang mit der Planung und Errichtung von Windkraftwerken bin ich zum strikten Gegner des Ausbaus der Windkraft geworden.

 

6) Was möchten Sie mit dem Aktionsbündnis Gegenwind-SH erreichen?

Jurkat: Nahziel: Ein Mindestabstand der Windräder von 2000 Metern zu jeglicher Wohnbebauung. Es ist nicht nachvollziehbar, warum die Gesundheit von Menschen in sogegannten Splittersiedlungen weniger Wert sein soll (und geringere Abstände zulässt) als die Gesundheit von Menschen, die in Gemeinden und Städten leben. Außerdem den Stopp des Baus weiterer Windkraftwerke. „Fernziel“: Rückbau aller Windkraftwerke und eine Wende in der Energiewende. Weg vom Lobbyisten-gesteuerten EEG mit seinem Zufallsstrom aus Sonne und Wind, hin zu einer marktwirtschaftlich und sozial orientierten Energiewende,  die einen notwendigen, schonenden Umgang mit unseren Energie-Ressourcen zum Ziel hat.

 

7) Könnten Sie nicht auch von der Windkraft profitieren, in dem Sie in einen Bürgerwindpark investieren?

Jurkat: Ich würde niemals in einen sogenannten “Windpark“ investieren. Abgesehen davon, dass das in der Regel sowieso Mogelpackungen sind. Bei Investitionen von 3,5-5 Millionen Euro pro WKW und einer Größe von 4 bis 8 (oder mehr WKW) und einer Beteiligung der Bürger einer Gemeinde von insgesamt 800.000 oder 1.000.000 Euro gehört den Bürgern noch nicht einmal ein WKW. Trotzdem wird so etwas als „Bürgerwindpark“ bezeichnet. Außerdem sind solche Beteiligungen Hochrisikoanleihen, wie Gerichte und die sich häufenden Windpark-Insolvenzen immer wieder bestätigen. Gäbe es – genauso wie anscheinend bei den Lärmgutachten – nicht so viele Gefälligkeitsgutachten zum Thema Windhöffigkeit, dann gäbe es weniger abgezockte Verbraucher und Investoren.